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Made in Europe: Produktion kommt zurück

Jahrzehnte lang war es im Mode- und auch Sportfachhandel Normalität in Asien zu produzieren, nicht nur um die Kosten niedrig zu halten, sondern auch weil europäische Betriebe wenig Interesse daran hatten zu nähen.

Stattdessen lesen wir „Made in“ China, Bangladesch oder Vietnam. Seit einigen Jahren zeichnet sich ein Trend ab, dass mehr und mehr Unternehmen und Marken Interesse zeigen, gewisse Produktbereiche zurück von Asien nach Europa zu verlagern.

Denn speziell Produkte mit einem hohen Naturfaseranteil sind effizienter in Europa zu handeln. Eine Herausforderung für die europäische Produktion bleiben die Funktionsartikel wie zum Beispiel Outdoorjacken. Diese sind aufgrund von Maschinen, Rohstoffverfügbarkeit und dem jahrelang aufgebauten Know-How in Asien noch besser aufgehoben.

Ausschlaggebend für das sogenannte „Nearshoring“ ist laut SPORT 2000 Category Manager Niko Schulz vor allem die größere Nachfrage nach Produkten aus Europa seitens des Endverbrauchers sowie das Thema Nachhaltigkeit. Hier ist seit mehreren Jahren ein stärkerer Fokus bzw. Trend seitens des Verbrauchers festzustellen. Zudem kommen ebenfalls kürzere Transportwege sowie Produktionszeiten hinzu, um kurzfristig auf neue Trends zu reagieren.

Credits: pixabay/Michael Gaida

Made in… Portugal, Bulgarien, Rumänien oder der Türkei

Für die Produktion in Europa stehen neben Portugal vor allem Bulgarien, Rumänien und die Türkei hoch im Kurs. Niko Schulz erklärt warum besonders diesen Ländern eine große Bedeutung zukommt: „Der Endkunde verlangt nachhaltige Produkte und produzierende Unternehmen die eine ‚Full Sustainable Story‘ abbilden können. Natürlich werden auch Nachhaltige Produkte in Asien produziert, aber der europäische Markt wird hierfür immer stärker in den Fokus rücken. Es muss gewährleistet werden, dass die gesamte Lieferkette transparent wird, nur so wird Vertrauen beim Verbraucher erzielt.“

Diese Entwicklung beschränkt sich im Sportfachhandel keinesfalls auf das Textilsortiment, auch immer mehr Bikeproduzenten verlegen ihre Produktionen aus dem asiatischen Raum nach Europa. Vor allem Italien, Tschechien und Bulgarien sind hier die ersten Anlaufstellen.

Klarer Vorteil: Schnellere Lieferzeiten und Unabhängigkeit

Gerade in Krisenzeiten wie wir sie im Moment durchleben, wird dem gesamten Handel die weltweiten Abhängigkeiten bewusst. Wird von heute auf morgen der Flugverkehr eingeschränkt und die Grenzen geschlossen, stellt dies die Handelslogistik vor große Herausforderungen. Viele Hersteller haben mit großen Einbußen und Risiken bei der Lieferfähigkeit und Flexibilität zu kämpfen und der Wunsch nach mehr Flexibilität wird laut. „Findet die Produktion des Verkaufssortiments auf demselben Kontinent statt, funktioniert die Lieferung deutlich schneller und auch umweltschonender. Beim Transport müssen keine langen Flugstrecken – oder Seewege zurückgelegt werden. Zudem kann man dadurch als Hersteller viel schneller auf aktuelle Trends reagieren“, hebt Schulz hervor.

Kurze Reaktionszeiten und agile Strukturen sind in der schnelllebigen Mode- und Sportartikelbranche eine Notwendigkeit um konkurrenzfähig zu bleiben. Kurzfristige Umschichtungen in der Produktion sind laut Schulz nicht ratsam: „In Krisenzeiten reicht eine kurzfristige Verlagerung der Produktion nicht aus und ist mit Mehraufwand und hohen Kosten verbunden. Ziel muss es sein, die Produktion langfristig in die Nähe der Zielländer zu verlegen, um effizienter, unabhängiger und auf gleichbleibenden Qualitätsniveau zu wirtschaften.“